Häufig gestellte Fragen – Arbeitsvertrag prüfen lassen für Arbeitnehmer
Welche Klauseln im Arbeitsvertrag sind häufig zum Nachteil von Arbeitnehmern?
Besonders kritisch sind Klauseln zu pauschaler Überstundenabgeltung, nachvertraglichen Wettbewerbsverboten, Rückzahlung von Fortbildungskosten, kurzen Ausschlussfristen sowie zur variablen Vergütung. Diese Klauseln klingen oft harmlos, können Ihre Rechte aber erheblich einschränken – oder sind im Zweifelsfall sogar unwirksam. Wir erkennen solche Fallstricke und erklären Ihnen, was sie konkret für Sie bedeuten.
Kann ich Klauseln im Arbeitsvertrag verhandeln oder ablehnen?
Ja. Ein Arbeitsvertrag ist ein Vertrag – und Verträge sind grundsätzlich verhandelbar. Auch wenn viele Arbeitgeber einen Standardvertrag vorlegen, bedeutet das nicht, dass Sie ihn unverändert akzeptieren müssen. Wir zeigen Ihnen, welche Punkte Sie ansprechen sollten, wie Sie Nachverhandlungen taktisch angehen und was realistisch durchsetzbar ist.
Was passiert, wenn ein Arbeitsvertrag eine unwirksame Klausel enthält?
Eine unwirksame Klausel ist rechtlich nicht bindend – sie gilt schlicht nicht. Stattdessen tritt in der Regel das gesetzliche Recht an ihre Stelle, das häufig für Sie als Arbeitnehmer günstiger ist. Das Problem: Viele Arbeitnehmer wissen nicht, dass eine Klausel unwirksam ist, und halten sich trotzdem daran. Deshalb lohnt sich eine anwaltliche Prüfung vor der Unterschrift.
Ist ein Arbeitsvertrag ohne Schriftform gültig?
Grundsätzlich ja – ein mündlicher Arbeitsvertrag ist wirksam. Seit der Nachweisgesetz-Reform vom 1. August 2022 ist der Arbeitgeber jedoch verpflichtet, die wesentlichen Arbeitsbedingungen schriftlich festzuhalten und Ihnen auszuhändigen. Fehlen wichtige Angaben, kann das für Sie als Arbeitnehmer nachteilig sein – etwa wenn es später Streit über Gehaltsbestandteile oder Kündigungsfristen gibt.
Wie lange habe ich Zeit, einen Arbeitsvertrag zu prüfen?
Es gibt keine gesetzliche Bedenkzeit. In der Praxis sollten Sie sich jedoch ausreichend Zeit nehmen und den Vertrag keinesfalls unter Druck unterschreiben. Seriöse Arbeitgeber werden Ihnen immer ein paar Tage zur Prüfung einräumen. Nutzen Sie diese Zeit für eine anwaltliche Prüfung – gerade bei längeren oder komplexen Verträgen ist das gut investierte Zeit.
Was ist ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot und wann ist es zulässig?
Ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot untersagt Ihnen, nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses für Konkurrenten tätig zu sein. Es ist nur wirksam, wenn es schriftlich vereinbart wurde, auf maximal zwei Jahre befristet ist und der Arbeitgeber Ihnen dafür eine Karenzentschädigung von mindestens 50 % Ihres letzten Gehalts zahlt. Fehlt eine dieser Voraussetzungen, sind Sie an das Verbot nicht gebunden. Wir prüfen, ob das Wettbewerbsverbot in Ihrem Vertrag wirksam ist.
Lohnt sich eine Anwaltsprüfung auch bei einem kurzen Arbeitsvertrag?
Ja – gerade kurze Verträge enthalten häufig pauschale Formulierungen, die auf den ersten Blick unproblematisch wirken, aber weitreichende Konsequenzen haben können. Eine anwaltliche Prüfung schützt Sie unabhängig vom Umfang des Vertrags vor versteckten Nachteilen und gibt Ihnen die Sicherheit, informiert in das neue Arbeitsverhältnis zu starten.